Es ist ein Irrglaube, dass unser Gehirn einfach nur alles kann, aber das Potential wäre dafür da. Die Befähigung und vor allem der Ursprung liegt laut Erkenntnissen aus der Hirnforschung im Vorgeburtlichen. Vor allem Sinneserfahrungen und unbewusste, reflexartige Bewegungen im Mutterleib bilden bereits die Verknüpfungen, welche wir später brauchen. Auch das Gleichgewicht wird hier durch immer neue Verlagerung im Mutterleib bereits geschult.

Lernen in der Komfortzone

Neuartige wissenschaftliche Forschungen haben ergeben, dass auch hier bereits die ersten Grundlagen für das spätere Lernen gebildet werden. Leider finden diese Erkenntnisse nicht immer den Eingang in unser tägliches Tun. Weil, wie könnte man sich sonst erklären, dass Kinder in der Kinderkrippe bereits an einem großen Tisch im Kreis sitzen um zu essen. Ok. Jetzt könnte man den Ansatz der Pädagogen zumindest beim Essen noch nachvollziehen, wenn gesagt wird, dass die Kinder daheim auch am großen Tisch sitzen. Aber warum sitzen dann unsere Kleinen wieder am Tisch um was zu spielen? Gerade wenn Kinder noch nicht laufen können ist die Schulung der Sinne, der Wahrnehmung und das Gleichgewicht auf anderen Hirnstrukturen. Das Gehirn lernt auf der Ebene, auf der es die Bewegung steuern kann.

Vernetzung durch Wiederholung

Nur über das Tun kann Vernetzung entstehen, die wir später für das Lernen brauchen. Wenn wir Kinder nicht mehr wie einen Baum wachsen lassen, und zwar von unten nach oben, fehlt dem Gehirn die nötige Erfahrung über die Bewegung. Bewegung und Verknüpfung findet ständig statt. Selbst im Schlaf lernt das Gehirn. Nicht dass sie denken wir sollen Kindergartenkindern das Englischbuch mit ins Bett geben. Darum geht es nicht. Das Gehirn verarbeitet das „Gelernte“ vom Tag im Schlaf. Wichtige Dinge werden verknüpft und abgespeichert. Unwichtige Sachen „schmeisst“ das Gehirn einfach raus. Jetzt wäre noch zu klären nach welchem Gesichtspunkt das Gehirn abspeichert und löscht? Es geht immer um die Wiederholung. Unser „Computer im Kopf“ lernt nur durch die Wiederholung oder konnten sie durch 1 mal aufstehen – laufen? Durch 1 mal Inliner anziehen – fahren? Durch 1 mal im Wasser sein – schwimmen?

Ganz klar NEIN.

Schwimm- und Skilehrer machen es uns richtig vor, denn sie gehen mit den Kindern das gleiche jeden Tag üben. Und nach 1-2 Wochen kann es das Gehirn schon ein bisschen, oder fast schon gut. Wir aber denken, dass bereits kleine Kinder alles über die Sprache begreifen sollen. Dabei heißt es doch sogar richtig: BEGREIFEN. Das ist das anfassen, damit ausprobieren, es riechen, schmecken, fühlen. Sehen, dass wenn mir eine Melone herunterfällt, sie zerbricht. Geben Sie ihrem Kind seine Kindheit zurück und erwarten sie keinen kleinen Erwachsenen. Unsere Kinder zerbrechen sonst spätestens, wenn sie als Erwachsener nicht auf die Erfahrungen aus dem Kind sein zurückgreifen können.